Als Steven Bloom und Nathan Most in den 1990er Jahren ein neues Finanzprodukt entwickelten, konnten sie nicht ahnen, was sie damit ins Rollen gebracht haben. Eigentlich wollten Bloom und Most nur einen Fonds, der an den Börsen gehandelt werden kann, der jedoch ohne einen sündhaft teuren Manager auskommt. Der neue Fonds bildet einfach nur den Aktienindex S&P 500 nach, in dem die 500 größten Unternehmen der USA zu finden sind.
Sie waren der festen Überzeugung, dass nur eine Handvoll dieser speziellen Produkte dem Markt gut tun würde. Aber das war ein gewaltiger Irrtum, denn heute gibt es geschätzt 5400 Indexfonds mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Billionen Dollar. Mit 180 Milliarden Dollar ist der Fonds von Bloom und Most der größte dieser Fonds.
Viele kleine Summen

Indexfonds kennen viele Anleger unter ihren „richtigen“ Namen Exchange traded funds oder kurz ETFs. Dabei handelt es sich um Fonds, die an Börsen gehandelt werden und die praktisch wie große Geldtöpfe funktionieren, in die die Anleger kleine Summen legen. Von dem so gesammelten Geld werden dann unterschiedliche Wertpapiere gekauft, in der Regel sind es Aktien. ETFs folgen dabei den großen Börsenindizes wie dem Dow Jones, dem Dax oder auch dem Eurostoxx. Der ETF ahmt praktisch das Börsenbarometer nach, in dem die gleichen Aktien gekauft werden, die auch im Index stecken. Wenn ein Wert schwankt, dann bewegt sich der ETF ebenfalls und aus diesem Grund spricht man bei dieser Form der Geldanlage auch von passiven Fonds oder eben von Indexfonds.
Sind die Fonds eine gute Idee?

Ob es eine gute Idee ist, immer dem Börsenbarometer hinterher zu laufen, in dem es leider auch viele schlechte Aktien gibt und wo kein Manager die besten Stücke auswählen kann, davon sind viele nicht überzeugt. Ganz von der Hand zu weisen ist die Kritik nicht, denn selbst wenn die Fonds im Schnitt rund 1,3 % mehr Rendite versprechen als der jeweilige Index, müssen immer noch die Kosten für den Fonds abgezogen werden und dann hinken die aktiven Fonds dem Index stets um einen Prozentpunkt hinterher. Attraktiver sind da die passiven Fonds, denn wer in diese Fonds investiert, der zahlt durchschnittlich nur 0,4 % des Fondsvermögens als Gebühr, die vom Erfolg abhängig ist.
Beim Kauf von ETFs müssen die Anleger nicht erst zeitaufwendig nach den Fonds mit der vielleicht besten Strategie suchen, sie können sich einfach nur entscheiden, welchem der Märkte sie das höchste Potenzial für Wachstum zutrauen. Auch bei den passiven Fonds ist es möglich, in eine Mischung aus Aktien, Immobilien, Anleihen und Rohstoffindizes zu investieren, denn das minimiert das Risiko.
Wo lauern die Gefahren?
Die Nachfrage nach ETFs ist sehr groß und es gibt keinen Index, der nicht nachgebildet wird, aber genau hier liegen die Gefahren. Einige ETFs setzen auf Teilmärkte, die aber so klein sind, dass es die Fonds sind, die den Kurs beeinflussen, wenn dort größere Aktienpakete gekauft werden. Aber es werden nicht immer Aktien gekauft, nicht selten bilden sie Indizes auch synthetisch mit sehr komplexen Finanzprodukten nach. Diese Imitate sind gefährlich für die Anleger, denn sie sind in der Lage, vom eigentlichen Index abzuweichen. Daher sollte für Anleger immer der Grundsatz gelten: Je einfacher ein ETF konstruiert ist, umso attraktiver ist er auch.
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